Markus Urzinger

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Regenwurmfliege, Pollenia rudis (Meigen 1830)

Regenwurmfliege von oben

Aussehen:

Große dunkle Fliegen bis 1 cm. Der Hinterleib ist schwarz/aschgrau gewürfelt. Der Brustteil stark behaart. Für den Laien sehen diese Fliegen wie Stubenfliegen aus.

 

Lebensweise:

Die Larven leben im Boden und parasitieren Regenwürmer. Es sind 2-4 Generationen pro Jahr möglich. Die adulten Fliegen sammeln sich im Herbst an manchen sonnenbeschienenen Fassaden. Die Fliegen überwintern in Dachstühlen, Fassadenverkleidungen und anderen Hohlräumen an Gebäuden oft in sehr großer zahl dicht aneinander gekuschelt. Die englische Bezeichung Cluster Flie, also "Haufenfliege" zielt darauf ab. Vor allem an warmen Wintertagen dringen immer wieder Tiere in Räume ein und werden hier lästig. An betroffenen Gebäuden tritt das Phänomen in der Regel jeden Herbst wieder auf. Bevorzugt werden höhere Gebäude in Ortsrandlage. Die Fliegen werden über 2 Jahre alt.

 

Schäden:

Echte Schäden sind normalerweise nicht zu erwarten. Die Tiere sind im wesentlichen lästig. In Wohnräumen sterben die Fliegen schnell ab und liegen dann vor allem unter den Fenstern. Eine Vermehrung im Gebäuden findet nicht statt.

Bei starkem Befall kann sich aber z.B. in einem betroffenem Dach über die Jahre eine sehr große Menge an toten Fliegen (= tierisches Eiweiß) ansammeln.  Dies führt zur Ansiedlung anderer Insekenarten wie z.B. Museums- oder Teppichkäfern die sich von den toten Insekten ernähren, stark vermehren und dann ihrerseits in Innenbereiche einwandern und hier schädlich werden.

Regenwurmfliege von unten

Vorbeugung/Bekämpfung:

Eine vorbeugende Bekämpfung der Larven im Freiland ist nicht möglich, das Einzugsgebiet der Fliegen ist dafür zu groß, und es gibt auch kein zugelassenes Mittel für diese Anwendung. Ganz abgesehen davon, dass die Auswirkungen auf die Umwelt in keinem Verhältnis zu Nutzen stehen.

 

Zur Bekämpfung der Fliegen außen am Gebäude bzw. unter dem Dach eignet sich am Besten das Nebel- oder Stäubeverfahren. Mit dem Stäubeverfahren wird die bessere Langzeitwirkung erzielt. Die Fliegen sprechen eigentlich auf alle zugelassenen Wirkstoffe gut an.

 

Innenbereiche / Wohnräume

Insektenschutzgitter an allen Fenstern und Gebäudeöffnungen sind sinnvoll. Die meisten Fliegen wandern allerdings in den Dachbereich ein. Von hier dringen sie dann besonders leicht bei Holzverkleidungen in Wohnbereiche vor. In diesen Fällen kann die, zugegebenermaßen sehr aufwändige, Abdichtung der betroffenen Räume mit Silikon und Bauschaum weiterhelfen.

 

UV-Insektenvernichter haben sich meiner Erfahrung nach nicht bewährt, und können bestenfalls als begleitende Maßnahme eingesetzt werden.

 

Da sich die Regenwurmfliegen, wenn sie in Innenbereiche gelangen, vor allem an den Fenstern sammeln, sollte die Bekämpfung genau hier ansetzten:

Einsatz von Leimfensterfallen oder Sprühbehandlung der Fensterrahmen und Schlagleisten mit einem Kontaktinsektzid mit Dauerwirkung. Gut geeignet auch für sensible Bereiche ist z.B. der Wirkstoff Permethrin.

 

Die Vernebelung von Insektziden in Räumen zeigt eine sehr gute Sofortwirkung. Eine anhaltende Wirkung wird aber nicht erreicht. Die Einwanderung der Fliegen im Herbst kann sich aber über einige Wochen hinziehen. Ausserdem werden beim Nebelverfahren alle Oberflächen in den Räumen mit Wirkstoff belastet ohne dabei wesentlich zur Bekämpfung beizutragen. Der vernünftige professionelle Schädlingsbekämpfer wird dieses (juristische) Risiko in Wohnbereichen oder anderen sensiblen Räumen nicht ohne gewichtigen Grund und schriftliche Absicherung eingehen.

 

Auch eine gut wirksame Bekämpfung wird nicht dazu führen, dass im nächsten Jahr weniger Fliegen auftreten. Es ist vielmehr so, dass befallene Gebäude mit wechselnder Intensität, alle Jahre wieder heimgesucht werden. Für Betroffene bietet es sich gegebenfalls an, einen Servicevertrag mit einem professionellen Schädlingsbekämpfer  abzuschliessen.

 

Ansammlung toter Fliegen in Fensternähe
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