Markus Urzinger

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Weidenbohrer, Cossus cossus, (Linneaus 1758)

Aussehen:

Die großen graubraunen Nachtfalter haben eine Spannweite von 6-10cm. Die Raupen sind bis 7 cm lang und kräftig rot gefärbt mit wenigen borstigen Haaren. Kopf und Nackenschild sind schwarz.

 

Lebensweise:

Flugzeit der Falter ist im Juni und Juli. Zu der Zeit werden auch die Eier abgelegt. Die Eiablage erfolgt an fast allen gängigen Laub- und Obsthölzern, in Ritzen am Stamm in Bodennähe. Die Raupen zernagen zunächst den Bast unter der Rinde und dringen mit der Zeit auch tiefer ins Holz ein. Sie leben in Symbiose mit einem Pilz, der das Holz aufschließt. Die ovalen Fraßgänge sind daher oft dunkel verfärbt. Grobes rötliches Genagsel und Kot werden durch große Öffnungen ausgeworfen.

Die Raupen, wie auch das vermulmte Holz, verströmen einen kräftigen würzigen Geruch nach Holzessig oder Weihrauch. Nach 2 bis 4 Jahren verpuppt sich die Raupe im Mai, so dass frühestens im Juni des dritten Jahres die Falter ausschlüpfen. Die Falter nehmen keine Nahrung auf.

Die Raupen sind sehr wehrhaft, schlagen wild um sich, wenn man sie in die Hand nimmt und können auch fest beissen.

 

Schäden:

Ist ein Baum bereits befallen, lockt der arttypische Geruch weitere Weibchen zur Eiablage. So kommt es zu einem starken Befall mit vielen Raupen verschiedener Alterstufen, der letztendlich zum Absterben des Baumes führt. Die Raupen können z.B. in Obstplantagen auch auf benachbarte Bäume abwandern.

 

Vorbeugung und Bekämpfung:

Bei stärkeren Schäden bleibt nur das Abschneiden des Baumes mit Rodung des Wurzelstocks. Bei schwachem Befall wäre eine Behandlung mit einem systemischen Insektizid wie z.B. Confidor mit dem Wirkstoff Imidaclopramid vorstellbar, ein Mittel mit Zulassung für diesen Zweck gibt es meines Wissens nicht. Eine selektive Bekämpfung der Falter ist nicht möglich.



Weidenbohrer, Falter, weiblich

 

 

 

Puppenwiege

Man erkennt starken Befall mit Milben an der Raupe, vor allem am Kopf und Brustschild.

Unter der Borke ist der Bast rundrum komplett abgefressen

 

 

 

 

Stark befallene Birke. Die Rinde lässt sich großflächig ablösen. Der Baum ist irreparabel geschädigt und muss gefällt werden.

Bilder unten:

Japan Weide mit Befall. Interessant sind die Fraßgänge in den Haupttrieben, mitten im Kern der Äste. Der Haupt-Befallsherd liegt tiefer im Stamm. Man erkennt auch sehr schön die Pilzinfektion die von den Raupen ausgelöst wird um das Holz besser verdaulich zu machen.

Mein Dank gilt Franz Reumair für die Überlassung der Bilder.

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