Markus Urzinger

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Wespen

Name Art

Volksstärke

  Status
Gemeine Wespe Paravespula vulgaris

 10.000

u.U aggressiv Schädling
Deutsche Wespe Paravespula germanica 10.000 u.U aggressiv Schädling
Rote Wespe Paravespula rufa 1000  meidet Menschen  Harmlos
Sächsische Wespe Dolichovespula saxonica

 1000

 meidet Menschen  Harmlos
Norwegische Wespe Dolichovespula norvegica  500

 meidet Menschen

 Harmlos
Mittelere Wespe Dolichovespula media

 500

 meidet Menschen  Harmlos
Hornisse Vespa crabro  500  friedlich  streng geschützt
Feldwespen Polistes nimpha  20  friedlich  Harmlos

Wespen bilden bei uns einjährige Nester. Im Herbst stirbt das gesamte Volk bis auf die jungen befruchteten Königinnen ab. Diese überwintern, um im nächsten Frühjahr ein neues Volk gründen. Nistplätze sind Speicher, Rolladenkästen, Erdlöcher, usw.

Der Zusammenhalt im Nest erfolgt durch Lockstoffe welche die Königin abgibt und den kollektiven Magen. Die Arbeiterinnen füttern die Brut mit Eiweißnahrung, die Larven würgen Zuckersaft aus den sie aus ihrem Futter gewinnen und füttern ihrerseits damit die Arbeiterinnen. Vor allem früh im Jahr wenn noch wenig andere Zuckerquellen zur Verfügung stehen ist dies für die Arbeiterinnen die einzige Möglichkeit an den begehrten Zucker zu kommen. Alle Tiere des Volkes stehen ständig in innigen körperlichen Kontakt und tauschen untereinander auch Nahrung aus. Dadurch werden Notwendigkeiten oder Befindlichkeiten schnell über das ganze Volk verbreitet, nach dem Motto fühlen statt verstehen.

Alle Arbeiterinnen sind Schwestern (und Halbwaisen), das Volk eine männerlose Amazonengemeinschaft, oder ein Nonnenkloster. Die Königin ist die Mutter aller Wespen im Volk. Die Arbeiterinnen sind zwar im Prinzip voll funktionsfähige Weibchen, aber durch Kontakt mit der Königin unfruchtbar geworden. Die meiste Zeit sind ohnhin keine Männchen da. Die Arbeiterinnen verzichten auf eigene Sexualität oder Fortpflanzung und stellen ihr ganzes Leben scheinbar bedingungslos der Gemeinschaft zur Verfügung. Es ist aber auch diese Gemeinschaft die ihnen Geborgenheit, Sicherheit und Nahrung gibt.

Männchen werden nur bei Bedarf (am Ende des Jahres) gezielt aus unbefruchteten Eiern hergestellt. Sie beteiligen sich nicht an den anfallenden Arbeiten, ihr einziger Zweck ist die Paarung mit einer Königin.

Es gibt verschiedene Funktionen die im Nest auszufüllen sind: Brutpflege, Nestbau, Wache und Verteidigung, Sammler, Jäger. Die Arbeiterinnen durchlaufen diese Stationen während ihrer ca. 4 wöchigen Lebenszeit.

Wespen fressen gerne Süßes, Gäriges, und Feuchtes, benötigen aber für die Aufzucht der Brut vor allem eiweißreiche Nahrung wie Fleisch und Insekten. Wespen sind daher in ihrem natürlichen Lebensraum Nützlinge. 

 

Die Wespen knabbern Hölzer an, um Papier für den Nestbau zu gewinnen. Graues Papier enstseht wenn verwittertes graues Holz abgenagt wird. Braunes Papier wie bei den Hornissen oder der deutschen Wespen von pilzbefallenen Hölzern.

 

Schäden:

Stich:

Es stechen nur die Weibchen (Königinnen und Arbeiterinnen), die Männchen (Drohnen) stechen nicht. Das kann man leicht feststellen, indem man die Wespe in die Hand nimmt. Wird man gestochen, war es kein Männchen. (Die Drohnen kann man auch an den sehr langen Fühlern erkennen).

Die Königinnen sind normalerweise sehr vorsichtig , verlassen auch bei Gefahr das Nest nicht, und würden nur in absoluter Notwehr stechen. z.B eingeklemmt in einer Hautfalte. Die meisten Stiche gehen von den Arbeiterinnen aus. Aber auch hier gibt es Unterschiede. Je nach Status der Wespe ist die Giftblase mehr oder weniger ausgeprägt und auch die Bereitschaft zu stechen. Am meisten Gift haben die Arbeiterinnen in der Zeit als Wächter. Stiche von diesen Tieren sind besonders schmerzhaft. Wirklich aggressiv sind Wespen ohnehin nur wenn sie den Nestbereich verteidigen.

Der Stich kann besonders im Kopf- bzw. Mundbereich gefährlich, unter Umständen auch tödlich sein (Allergiker). Es ist allerdings schon erstaunlich wie viele Leute angeblich auf Wespenstiche allergisch reagieren.

- Verschmutzung von Lebensmitteln durch Anfressen und Belaufen.

- Bauliche Schäden an Isolierungen, Rollogurten usw.

- Folgebefall mit Fliegen, verschiedenen Käferarten und anderem Ungeziefer im Nestbereich.

- Belästigung

Bekämpfung:

- Fliegengitter an betroffenen Fenstern und Türen

- Lockstofffallen

- UV- Insektenvernichter: Haben sich im gewerblichen Bereich als bestens geeignet zum Wegfangen von Wespen erwiesen. Diese Geräte dürfen aus Naturschutzgründen keinesfalls im Freien betrieben werden.

- Nestbekämpfung: nur mit entsprechender Schutzkleidung

a) mit Insektiziden, z.B. Wespensprays

b) Umsetzung

- Die besonders geschützten Arten, insbesondere Hornissen, dürfen nur mit vorheriger Genehmigung der zuständigen Behörde (Landratsamt) bekämpft oder umgesetzt werden.

- Alte verlassene Nester, und Nester nach einer chemischen Bekämpfung, sollten wenn möglich entfernt werden, weil diese Brutstätten für anderes Ungeziefer sind, und weil tote Nester erheblich zu stinken anfangen können.

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